Dermatitis chronische aktinische (Übersicht)
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Dermatitis chronische aktinische (Übersicht)L57.9

Erstbeschreiber

Hawk und Magnus, 1979

Synonym(e)

CAD ; chronische aktinische Dermatitis ; chronisch aktinische Dermatitis; persistierende Lichtreaktion ; aktinische Retikuloid ; photosensitives Ekzem; photosensitive Dermatitis; chronic actinic dermatitis; aktinische Dermatitis; persistent light reaction; aktinisches Retikuloid; actinic reticuloid

Definition

Eminent chronische, meist stark juckende, therapieresistente, ekzematöses  Hauterkrankung in lichtexponierten Arealen die durch UV-Strahlen oder auch durch normales Tageslicht provozierbar ist.

Der Begriff "chronische aktinische Dermatitis", kurz CAD, gilt als Überbegriff (oder wird auch synonym gebraucht) für verschiedene bereits zuvor beschriebene Lichtdermatosen. Hierzu gehören:

Ätiopathogenese

Ein photoinduziertes Antigen führt zu einer Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögertem Typ, ähnlich einer allergischen Kontaktdermatitis. Es werden allerdings weniger exogene Allergene sondern eher endogene Autoantigene vermutet. Das Aktionsspektrum liegt meist im UVB- und UVA-Bereich, selten ist auch sichbares Licht Auslöser.

Manifestation

Vor allem Männer im mittleren und höheren Lebensalter sind betroffen.

Klinisches Bild

S.u. den einzelnen Krankheitsbildern.

Therapie

Im Vordergund steht die stringente Prophylaxe (s.dort). Weiterführende Therapiemaßnahmen; s.u. Retikuloid, aktinisches.

Prophylaxe

  • Schutz durch Kleidung: Das Abdecken der Haut durch Kleidung ist ein effektiver und nebenwirkungsarmer Lichtschutz. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Stoffe je nach Faser, Farbstoff und insbes. Maschenart und -größe verschieden sind und bei wenig dichten Geweben ein erheblicher Anteil der Strahlung das Textil durchdringen kann.
  • Chemische  Lichtschutzmittel: Durch Absorption von UV-Licht verhindern diese Substanzen die photochemische Primärreaktion in der Haut. Zugesetzte Antioxidantien vermindern zusätzlich die sekundären photochemischen Reaktionen an körpereigenen Molekülen. Vorwiegend im UV-B Bereich absorbieren Substanzen aus den Stoffgruppen der Paraaminobenzoesäurederivate, der Salizylate, der Kampherderivate, der Zimtsäureester und der Benzimidazolderivate. Sogenannte Breitbandfilter wie Dibenzoylmethane und Benzophenone absorbieren sowohl UV-B als auch UV-A.
  • Physikalische Lichtschutzmittel: Pigmente aus Titanoxid, Eisenoxid oder auch Zinkoxid in einer Korngröße von 10-60 nm absorbieren im Bereich des UV-Lichtes, reflektieren aber das sichtbare Licht kaum. Sie können in breitem Rahmen angewendet werden. Die Bildung von gefährlichen Radikalen läßt sich durch ein Coating der Pigmentgranula oder durch eine Dotierung, eine Art Verunreinigung des Kristallgitters, vollständig verhindern.
  •  Light-hardening: Photo(chemo)therapie oder Schmalband-UVB in sehr niedrigen Dosierungen.

     Merke! 

Literatur

  1. Dawe RS (2003) Diagnosis and treatment of chronic actinic dermatitis. Dermatol Ther 16: 45-51
  2. Lehmann P et al. (2011) Lichtdermatosen: Diagnostik und Überblick. Dt Ärztebl 108: 135-141
  3. Ling TC et al. (2003) Treatment of polymorphic light eruption. Photodermatol Photoimmunol Photomed 19: 217-227
  4. Mang R et al. (2003) Sun protection during holidays. Hautarzt 54: 498-505
  5. McCall CO (2003)  Treatment of chronic actinic dermatitis with tacrolimus ointment. J Am Acad Dermatol 49: 775
  6. Wolf C et al. (1988) Das Syndrom der chronisch-aktinischen Dermatitis. Hautarzt 39: 635-641
  7. Yap LM et al. (2003) Chronic actinic dermatitis: A retrospective analysis of 44 cases referred to an Australian photobiology clinic. Australas J Dermatol 44: 256-262

Kriterien und Differenzierung zur Einteilung chronisch photosensitiver ekzematöser Hauterkrankungen (modifiziert nach Milde)

Diagnose

Histologie

Photosensitivität

Photopatch-Test

Patch-Test

Persistierende Lichtreaktion

Spongiotische Dermatitis

UVB, (UVA)

+

+/-

Aktinisches Retikuloid

Mycosis-fungoides-artig

UVB, UVA, (sichtbares Licht)

-

+/-

Photoallergisches Ekzem

Spongiotische Dermatitis

UVB, (UVA), (sichtbares Licht)

+/-

+/-

Photoaggraviertes endogenes Ekzem

Spongiotische Dermatitis

UVA, (UVB)

-

+/-

 


Testort

Nicht lichtexponierte Hautregion

Testfelder

5 x 5 cm

Strahlenquellen

UV-A:Fluoreszenzstrahler (Philips TL 09 N, TL 10 R)

Metallhalogenidstrahler (340 -  400 nm)

UV-B. Fluoreszenstrahler (Philips TL 12, 285 - 350 nm)

Sichtbares Licht : Diaprojektor

Strahlendosen

UV-A. 1,0, 10, 30 J/cm2

UV-B: 0,5-, 1,0-, 1,5fache MED

Sichtbares Licht: 30J/cm2

Ablesung

24, 48, 72 h nach Bestrahlung