Karzinom verruköses (Übersicht)
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Karzinom verruköses (Übersicht)C44.L

Erstbeschreiber

Ackerman, 1948

Synonym(e)

Verruköses Karzinom; Ackerman-Tumor; verrucous carcinoma; verrucous carcinoma of the skin, cutaneous verrucous carcinoma; verrucous carcinoma of the mucosa; verruköses Karzinom der Schleimhaut; 

Definition

Niedrig-malignes, langsam exophytisch wachsendes, hochdifferenziertes, verhornendes, spinozelluläres Karzinom mit nur sehr geringer Metastasierungstendenz. Die ursprünglich von Ackerman beschriebenen Tumoren waren sämtlich in der Mundhöhle lokalisiert.

Einteilung

Heute werden folgende Krankheitsbilder als Formen des Carcinoma verrucosum angesehen, die sich durch ihre Lokalisation unterscheiden, aber ein ähnliches histologisches Bild und biologisches Wachstumsverhalten zeigen:

Andere Lokalisationen sind ebenso möglich, jedoch seltener (z.B. Rücken, Gesicht, Unterschenkel, auf dem Boden eines chronischen Ulcus cruris).

Ätiopathogenese

  • Diskutiert wird eine Verursachung genitaler Manifestationen durch HPV 16.
  • Orale Manifestationen werden durch vorherige entzündliche Erkrankungen der Mundschleimhaut (z.B. Lichen planus mucosae) und chronische "Irritanzien" begünstigt, insbes.:
  • In tropischen Ländern ist oft das Auftreten in Kombination mit Bilharziose beschrieben worden.

Histologie

Exophytisch und endophytisch wachsender epithelialer Tumor mit ausgeprägter Akanthose und Papillomatose. Überlagert wird die Oberfläche von ortho- und parakeratotischem Hornmaterial. Im Tumorparenchym selbst zeigen sich gangartige oder zystische, mit Horn gefüllte Strukturen, teils auch gefüllt mit Zelldebritus. Das Epithel im oberen Anteil des Tumors besteht aus gut differenzierten Keratinozyten mit erhaltener Schichtung und nur wenigen Mitosen. An der Tumorbasis sind plumpe Epithelstränge aus zunehmend polymorpher werdenden Keratinozyten sichtbar. Auch Dyskeratosen und Mitosen sind vorhanden. Verdrängung des ortständigen Bindegewebe als Zeichen der Invasivität. Vereinzelt finden sich auch solitäre Epithelinseln inmitten des ortständigen Bindegewebes. Moderates periläsionales lymphozytäres Infiltrat. Das histologische Bild wird durch die Tumorlokalisation entscheidend beeinflusst (bei Lokalisation an der Fußsohle tritt das exophytische Wachstum in den Hintergrund).

Diagnose

Klinik, Histologie.

Therapie

S.u. den jeweiligen Spezifitäten, s.u. Papillomatose, floride orale; s.u. Condylomata gigantea.

Verlauf/Prognose

Neigung zu Rezidiv in loco, selten lymphogene Metastasierung.

Hinweis(e)

Für die histologische Beurteilung dieser Karzinomvariante ist eine artifiziell nicht alterierte, ausreichend tiefe und breite (die Basis des Tumors muss ausreichend erfasst werden) Exzisionsbiopsie notwendig, um die notwendigen differentialdiagnostischen Kriterien zur Beurteilung der Dignität (exo- und endophytisches Wachstum, Invasivität, Zytomorphologie), insbesondere im Bereich der Tumorbasis, beurteilen zu können.

Literatur

  1. Ackerman LV (1948) Verrucous carcinoma of oral cavity. Surgery 23: 670-678
  2. Heinzerling LM et al. (2003) treatment of verrucous carcinoma with imiquimod and CO2 laser ablation. Dermatology 207: 119-122
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  10. Terada T (2011) Verrucous carcinoma of the skin: a report on 5 Japanese cases. Ann
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