Tinea pedis (Übersicht)
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Tinea pedis (Übersicht)B35.30

Synonym(e)

Athletenfuß; Sportlerfuß; Fußpilzerkrankung; Fußmykose; Epidermophytia pedis; Tinea pedum; Fußpilz; ringworm of the foot; athlete`s foot;

Definition

Pilzerkrankung ( Tinea) der Füße. Häufigste Pilzerkrankung mit einer Inzidenz von 20% bis zu 80% (Bergleute, Soldaten) je nach Kollektiv.

Erreger

Wie bei Tinea manuum.

Einteilung

  • Dyshidrotischer Typ (vesikulöse Form): Juckende, getrübte, unter Schuppenkrustenbildung abheilende Bläschen, vor allem im Fußgewölbe.
  • Interdigitaler Typ (trockene oder mazerative Form): Trocken schuppende oder auch mazerierte, grau-weißliche, gequollene Haut, Erosionen, Rhagaden in den Interdigitalräumen.
  • Mokassintyp: Meist trocken schuppende, weiße oder leicht gerötete, meist nicht randbetonte Plaques an der Fußsohle in Form eines Mokassins ( Mokassin-Mykose).
  • Squamös-hyperkeratotischer Typ (hyperkeratotisch-rhagadiforme Tinea): Vor allem Fußränder, Zehenspitzen, Ferse sind befallen. Gut abgegrenzte, herdförmige, schuppende Hyperkeratosen, evtl. mit Rhagaden.
  • Oligosymptomatischer Typ: Minimale Rötung der Zehenzwischenräume. Hyperkeratose mit feinlamellöser Schuppung an Fersen und Fußkanten. Häufig auch Tinea unguium.

Vorkommen/Epidemiologie

  • In Deutschland leiden schätzungsweise 10 Mio. Menschen an einer Tinea pedis.
  • Gewichtung der Risikofaktoren in absteigender Reihenfolge:
    • Familiäre Disposition
    • Fußfehlstellungen
    • Benutzung öffentlicher Badeeinrichtungen bzw. Benutzung öffentlicher Umkleideräume
    • Okklusiveffekt durch Tragen von engen Schuhen (Sportschuhe)
    • Männliches Geschlecht
    • Traumen
    • Periphere Neuropathie
    • Diabetes Mellitus
    • Durchblutungsstörungen.

Ätiopathogenese

Ubiquitär vorkommende Pilze (T. rubrum, T. mentagrophytes). Mittelbare Infektion von Mensch zu Mensch durch Barfußgang in Schwimmbädern, Turnhallen etc. Begünstigende Faktoren: Luftundurchlässige Schuhe, HyperhidroseAkrozyanose, arterielle und venöse Durchblutungsstörungen.

Klinisches Bild

  • Dyshidrotischer Typ (vesikulöse Form): Juckende, getrübte, unter Schuppenkrustenbildung abheilende Bläschen, vor allem im Fußgewölbe.
  • Interdigitaler Typ (trockene oder mazerative Form): Trocken schuppende oder auch mazerierte, grau-weißliche, gequollene Haut, Erosionen, Rhagaden in den Interdigitalräumen.
  • Mokassintyp: meist trocken schuppende, weiße oder leicht gerötete, meist nicht randbetonte Plaques ander Fußsohle in Form eines Mokassins ( Mokassin-Mykose).
  • Squamös-hyperkeratotischer Typ (hyperkeratotisch-rhagadiforme Tinea): Vor allem Fußränder, Zehenspitzen, Ferse sind befallen. Gut abgegrenzte, herdförmige, schuppende Hyperkeratosen, evtl. mit Rhagaden.
  • Oligosymptomatischer Typ: Minimale Rötung der Zehenzwischenräume. Hyperkeratose mit feinlamellöser Schuppung an Fersen und Fußkanten. Häufig auch Tinea unguium.

Diagnose

Nativer und kultureller Pilznachweis (Procedere: s. unter Mykologie Untersuchungsmethoden).

Komplikation

 Erysipel, therapiebedingte Kontaktallergie, Tinea unguium.

Therapie

 Antimykotika extern, s.u. Tinea. Trocken föhnen der Zehenzwischenräume. Beseitigung von Terrainfaktoren (Tragen von Badeschuhen in Schwimmbädern und Sauna- und Wellnessbereichen), Desinfektion von Strümpfen und Schuhen (z.B. Cutasept Spray), tgl. Wechsel der Strümpfe. Waschen von Strümpfen und Handtüchern bei 60 °C oder unter Zusatz von Desinfektionsmitteln (Sagrotan Wäschelösung, Impressan Wäschelösung). Schuhe mindestens einen Tag trocknen lassen. Reinigung von Teppichböden, Fußbodenbelägen (v.a. in den Badezimmern) u.a.

Verlauf/Prognose

Meist hochchronischer Verlauf. Tinea pedis kann Ausgangspunkt für Mykosen anderer Lokalisationen, z.B. Nagelmykosen der Zehen und Finger, der Leistenbeugen oder anderer Körperregionen sein. Keine Selbstheilungstendenz!

Nachsorge

Tragen von Badeschuhen in öffentlichen Gemeinschaftsanlagen wie Umkleideraum, Duschen und Sauna. Benutzung von desinfizierenden Fußsprays in Schwimmbädern. Prophylaktisches Benutzen antimykotischer Lösungen/Sprays (z.B. Canesten Spray) 2-3mal/Woche in Zwischenzehenräumen und an den Fußsohlen. Desinfektion von kontaminierten Gegenständen (z.B. Desinfektion von Schuhen mit Sagrotan Spray). Sauberes Abreiben der Füße mit einem Handtuch oder Wäsche der Füße mit Seife kann die Anzahl der Pilze an den Fußsohlen reduzieren. Vermeiden des Barfußgehens auf dem Teppichbelag von Hotelzimmern.

Prophylaxe

  • Tragen von Badeschuhen in öffentlichen Gemeinschaftsanlagen wie Umkleideraum, Duschen und Sauna. Benutzung von desinfizierenden Fußsprays in Schwimmbädern.
  • Prophylaktisches Benutzen antimykotischer Lösungen/Sprays (z.B. Canesten Spray) 2-3mal/Woche in Zwischenzehenräumen und an den Fußsohlen.
  • Desinfektion von kontaminierten Gegenständen (z.B. Desinfektion von Schuhen mit Sagrotan Spray).
  • Sauberes Abreiben der Füße mit einem Handtuch oder Wäsche der Füße mit Seife kann die Anzahl der Pilze an den Fußsohlen reduzieren. Vermeiden des Barfußgehens auf dem Teppichbelag von Hotelzimmern.

Naturheilkunde

  • Alternativ zu den Desinfektionsmitteln kann Lavendelöl eingesetzt werden: 10 Tropfen/l. Die desinfizierende Wirkung ist 22fach stärker als jene der o.g. Desinfektionsmittel.
  • Naturheilkundlich werden auch Essiganwendungen erwähnt. Betroffene Stellen mehrfach täglich sowie vor dem Schlafengehen mit unverdünntem Apfelessig betupfen. Empfohlen werden auch tägliche Apfelessigbäder.
  • Eine naturheilkundliche Alternative sind 25% oder 50% Teebaumzubereitungen bzw. weiterhin 1% Eukalyptusöl. Wahrscheinlich beruhen beide Zubereitungen auf dem antimikrobiellen Effekt des Cineols.

Diät/Lebensgewohnheiten

T. pedum wird bei barfuß laufenden Naturvölkern praktisch nicht beobachtet.

Hinweis(e)

In einer randomisierten doppelblinden Studie konnte gezeigt werden, dass eine Therapie mit Terbinafin-Creme 1% über 7 Tage (1mal/Tag) ausreicht, um eine Tinea pedum interdigitalis zu heilen.

Literatur

  1. Satchell AC et al. (2002) Treatment of interdigital tinea pedis with 25% and 50% tea tree oil solution: a randomizeid, placebo controlled blinded study. Australas J Dermatol 43: 175-178 
  2. Seebacher C et al. (2007) Onychomycosis. J Dtsch Dermatol Ges 5: 61-66
  3. Seebacher C et al. (2005) Tinea der freien Haut. J Dtsch Dermatol Ges 11: 921-926
  4. Shahi SK et al. (2000) Broad spectrum herbal therapy against superficial superficial fungal infections. Skin Pharmacol Appl Skin Physiol 13: 60-64